Regeländerungen – Teils skurril – teils notwendig. Aber auf jeden Fall interessant.

Ein ganzer Sack neuer Regeln – insgesamt 95 Stück – gibt es seit dem 01.06. und werden schon bei der EM gültig sein.

Auf was muss sich der Fan einstellen. Wir klären mit den wichtigsten Änderungen auf.

 

Fangen wir beim Anstoß an: Dieser darf jetzt auch zur Seite oder nach hinten ausgeführt werden. Was aber eigentlich eh egal ist. Ich habe noch nie gesehen dass ein Anstoß wiederholt werden musste weil er vielleicht mal nicht nach vorne gespielt wurde. Diese Regel ist besonders wichtig für San Marino, Andorra, Tonga, die Mongolei und Brasilien.

Beim Einwurf müssen zukünftig beide Hände seitlich am Ball sein. Auch da haben die schlauen Profis doch immer mal wieder gerne eine Hand hinter den Ball gelegt und konnten somit den Ball viel weiter „schleudern“. @ Leon Andreasen – es geht um den Einwurf, da darf der Spieler den Ball in die Hand nehmen, nicht wie du gegen Köln im Fünfmeterraum. Das was du gemacht hast ist weiterhin verboten.!!

Eine neue Regel findet vor allem Beachtung bei unterklassigen Mannschaften. Falls ein Teamoffizieller ein Tor verhindert gibt es einen Strafstoß. Also wenn z.B. der Masseur während des Spiels auf den Platz rennt und gerade ein gegnerischer Spieler einen Volley-Vollspannschuss ansetzt und  ihm den Koffer auf der Fünfmeterlinie in 1000 Teile schießt, dann gibt es Elfmeter und der Masseur wird von den gegnerischen Anhängern geteert und gefedert. ( Was aber im Regelwerk nicht angegeben wurde)

Gerade unsere Freunde aus Südeuropa wurden ebenfalls mit einer Regeländerung bedacht.  Wenn es ein Foul gibt und euer Gegenspieler erhält die gelbe oder rote Karte, dann dürft ihr liegenbleiben und euch auf dem Platz rumwälzen und ein paar wertvolle Sekunden rausholen. Falls es keine Karte gibt, dann aber schnell aufstehen und weiterspielen oder ihr werdet runtergetragen.

Auch für alle Inder die gerne 1950 an der WM teilgenommen hätten und nicht durften, kommt eine Änderung – allerdings 66 Jahre zu spät –  Falls ein Spieler seinen Schuh verliert darf er ohne Schuh weiterspielen und auch ein Tor schießen wenn er will. Aber dann bitte nicht jammern wenn „aus Versehen“ ein Abwehrspieler auf den Spann steigt.

Bei einem direkten Freistoß darf die ausführende Mannschaft keine Mauer mehr aufbauen um eventuell dem Torwart die Sicht zu nehmen oder ihn zu irritieren. Man kam sich ja schon mit diesen vielen Mauern auf dem Spielfeld vor wie an manchen europäischen Grenzen.

Und nun für alle modisch orientierten Ballkünstler – Sichtbare Unterwäsche, also die gute langen Feinripp-Unterhosen mit seitlichem Eingriff , Tapeverbände oder Socken (??) müssen die gleiche Farbe wie die Hose oder die Stutzen haben, oder wie Lothar Matthäus schon sagte: “ Der Gürdell muss immer zu den Schuhen bassen“.

Beim Elfmeter gibt es auch Neuigkeiten: Beim Elfmeter darf der Ausführende zwar den Anlauf noch verzögern aber er darf nicht mehr komplett abstoppen. Falls doch gibt es gelb und indirekten Freistoß. Gut so – aber egal wie wir unsere Elfmeter gegen die Engländer schießen.

Aber nicht nur bei der Ausführung gibt es Änderungen auch bei einem eventuellen Elfmeterschießen hat sich was geändert. Speziell den Regelhüter der IFAB ( also England, Schottland, Nordirland und Wales) scheinen nach einer Möglichkeit gesucht haben um England auch mal einen Sieg bei einem shoot-out zu ermöglichen. Falls es während eines Elfmeterschießens zu einer roten Karte kommt, muss die Mannschaft die davon nicht betroffen ist ebenfalls einen Spieler streichen um so die Anzahl der potentiellen Schützen gleich zu halten.  Also England, einfach alle eure Spieler mit rot verwarnen lassen bis euer sicherster Schütze noch übrig bleibt und schon stehen die Chance nicht mehr so schlecht.

Vor Spielbeginn darf der Schiedsrichter auch mal ne rote Karte verteilen, dies war bisher erst während dem Spiel, in der Halbzeit oder danach möglich. Also wenn der Schiri einen Spiel nicht auf dem Feld sehen will kann er ihn gleich in die Verbannung schicken. Da hätte ich jede Menge Kandidaten.

Die ungeliebte „Dreifachbestrafung“ wurde etwas abgeändert. Weiterhin gibt es für den Schiri den Spieler bei einer Verhinderung einer klaren Torchance  wie Notbremse z.b. Möglichkeit ihn vom Platz zu stellen, einen Elfmeter zu geben usw. kennen wir ja alles. Aber falls der Angriff dem Ball galt kann der Schiri auch mal Gelb statt Rot zeigen.

Neu ist auch bzw. jetzt offiziell – die Eckfahnen dürfen mit dem Vereinslogo bedruckt sein. Werbung darf aber weiterhin nicht auf der Fahne sein. Wie macht ihr das RB Leipzig?

Dass die Regelhüter wirklich an alles gedacht haben zeigt die nächste Änderung: Falls mal ein Ball bei einem Eckball über das gesamte Spielfeld ins eigene Tor geschossen wird, dann gibt es kein Eigentor sondern Eckball für die gegnerische Mannschaft. War auch endlich mal an der Zeit dass dies geregelt wurde. Das war ja kein Zustand jedes Wochenende wurden zig Eckbälle ins eigene Tor geschossen.

Was noch nicht beschlossen ist, aber daran wird gerade gearbeitet, und es ist nur eine Frage der Zeit, ist das Handspiel auf der Torlinie. Hier scheint es eine Änderung in soweit zu geben dass es hier zukünftig keinen Elfmeter mehr gibt sondern sofort auf Tor entschieden wird. Für Ghana kam diese Regelung leider auch zu spät. In diesem speziellen Fall wie bei der WM 2010 , als Luis Suarez das klare Tor für Ghana verhinderte, in dem er den Ball mit der Hand abwehrte und Ghana den anschließenden Strafstoß verschoss und ausschied, hätte es auch erlaubt und regelkonform sein dürfen wenn man Suarez auf dem Platz ohne Narkose alle Vorderzähne zieht. Dies hätte ihm 4 Jahre später gegen Italien geholfen. Denn dann wäre es kein Biss gewesen sondern nur ein Kuss.

Weiterhin kann man Abseits immer noch nicht erklären, die Sepp-Herberger-Weisheit „Der Ball ist rund“ trifft auch noch zu und übertriebener und herabwürdigender Torjubel wird immer noch nicht richtig durch die Schiris und das Regelwerk bestraft. Trikotausziehen gibt weiterhin nur gelb, ebenso Jubelarien wie z.B. das 4:1 von Cristiano Ronaldo im Champions League Endspiel 2014, was eigentlich glatt Rot und mit einer fünfmonatigen Sperre hätte bestraft werden müssen. Aber manch einer bestraft sich selbst beim ekstatischen feiern seines eigenen Treffers.

Hier die Top 3 der Sportkameraden die dann doch etwas länger von ihrem Jubel hatten als es eigentlich geplant war.

Platz 3: Celestine Babayaro brach sich beim Torjubel mit anschließenden Salto das Bein, gleichauf mit unserem Miro Klose, der nach seinem Tor beim KSC mit den Bayern und den obligatorischen Klose – Salto sich einen so schweren Krampf einfing dass er ausgewechselt werden musste. Franz Beckenbauer auf die Aktion angesprochen meinte nur ganz cool dass bei den wenigen Salto-Gelegenheiten die Klose im Bayern Dress hatte, sowas dann dabei raus kommt.

Platz 2: Thierry Henry jubelte nach seinem Treffer für Arsenal mit der Eckfahne, doch diese wehrte sich und stach ihm ins Auge.

Platz 1: Paulo Diogo aus Genf sprang nach dem Treffer zum 4:1 auf den Absperrzaun zu seinen Fans und blieb mit dem Ehering hängen und verhakte sich im Fangzaun. Als er wieder runter sprang blieb sein Finger am Zaun. Annähen ging nicht mehr und gelb bekam er auch noch. Na das hat sich gelohnt.

Ein Jubel kann auch ganz anders ausgehen und sehr traurig enden. Was aber hier kein passender Rahmen ist.

Warten wir es ab was sich die Regelhüter in der Zukunft noch einfallen lassen. Mir gefällt die neue Eckballregel am besten. (taa)

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